IMSLP im Kontext bibliothekarischer Angebote // IMSLP in context of library service

imslpSeit vielen Jahren ist IMSLP das zentrale Portal für gemeinfreies (oder CC0-lizenziertes) Notenmaterial. Es steht für die wachsenden Ansprüche vieler praktischer Musikerinnen und Musiker, Noten frei im Internet finden zu wollen. IMSLP entstand als Produkt einer ambitionierten Einzelperson, entwickelte sich aber zu einem Projekt, an dem eine große internationale Gemeinschaft arbeitet, Noten scannt und mit Metadaten versieht und auf das Portal einstellt.
Mit den Überlegungen zur Einführung eines musikbezogenen Discovery-Systems der HMT Leipzig beschäftigten wir uns frühzeitig mit dem Gedanken, IMSLP in unseren MT-Katalog zu integrieren. Unser Anspruch war dabei, die Daten im Kontext unseres Angebotes suchbar zu machen, zugleich aber separat zu kennzeichnen: ein eigenes Icon, ein spezifisches Format hebt die IMSLP-Daten deutlich von den anderen Quellen ab. Wir möchten damit unterstreichen, dass die Datengrundlage qualitativ eine andere ist: IMSLP-Daten sind tatsächlich nur mit sehr knappen Angaben versehen. Zudem beschreiben die Datensätze lediglich die Werke, nicht aber verschiedene Ausgabeformen, Verlage etc.

Der Einbindung und weitestgehend selbstverständlichen Nutzung der IMSLP-Daten im Kontext MT-Katalogs stehen Grundsatzfragen zum Verhältnis von Bibliotheken und IMSLP gegenüber. Vor dem Hintergrund, dass ein beträchtlicher Teil der mittlerweile ca. 266.000 Notenausgaben aus bibliothekarischen Digitalisierungsprojekten stammt, ist das sicherlich nachvollziehbar.
Aktuell sind lebhafte Auseinandersetzungen zwischen Musikbibliothekarinnen und –bibliothekaren und IMSLP-Initiatoren zu verfolgen, die vor allem das Thema Urheberrecht (Copyright, Bildrechte) betreffen: IMSLP Forum  und MLA Mailingliste.

Um den Interessen der Nutzerinnen und Nutzer unserer Angebote weiterhin gerecht zu bleiben, halten wir es für wichtig, dass die Probleme im gegenseitigen Austausch gelöst werden

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imslp For many years, IMSLP has been the central platform for sheet music in the public domain or published under the CC0 license. IMSLP reflects the growing needs of musicians who wish to find sheet music in the internet for free.
IMSLP was founded by a single person, but it developed into a project that is now advanced by a growing community worldwide. Its participants scan sheet music, add metadata, and upload it to the platform.

While introducing our MT-Katalog as a music-related discovery system, early on we reflected on the idea of integrating IMSLP. Our aim was to make the data searchable, yet to tag them as coming from a clearly distinct source. The IMSLP data can now be identified by means of a special icon and a separate format, not least to make the users aware of their origin and possible limitations. These data sets include not much more than author and title information. Moreover, we have indexed the items per work rather than per edition.

While integrating and using the data in the context of our MT-Katalog became quite natural, we acknowledge that fundamental questions on the relation between libraries and IMSLP are arising. This is understandable when considering the fact that a substantial part of the uploaded 266,000 scores originate from digitization projects of libraries.
These days, there are lively debates between music librarians and IMSLP participants about copyright: see the IMSLP forum and the MLA list.

In order to keep on acting in the interests of our users while also solving these problems, we consider it highly important to use opportunities for exchange on these issues.

71731 online-CDs: Zuwachs aus der Naxos Music Library

Seit geraumer Zeit bieten wir innerhalb des Hochschulnetzes Zugriff auf die Naxos Music Library, eine Datenbank mit ca. 89.000 gestreamten Audio-CDs. Es handelt sich dabei um Aufnahmen klassischer Musik, aber auch Jazz- und Filmmusik aus etlichen internationalen und nationalen Labels in erstklassiger Soundqualität.

Für die Suche nach den Inhalten der Naxos Music Library stand uns bislang nur eine Teilmenge an Daten zu Verfügung. Mit der jüngsten Datenlieferung des Verlages konnte nun aber eine beträchtliche Lücke geschlossen werden: 71731 online-CDs aus der Datenbank sind nun im MT-Katalog verzeichnet und direkt aus der Ergebnisliste heraus abrufbar.

Zwei Beispielsuchen nach Audiomaterial zeigen die Verteilung von physischen CDs aus unserem lokalen Bestand und dem Zugewinn an online abrufbaren Aufnahmen.

Viel Spaß beim Hören und Vergleichen!

Ein Direkteinstieg in die Datenbank mit weiteren Suchoptionen und zusätzlichem Material (z.B. Libretti) ist natürlich auch möglich: Naxos Music Library (im Netz der HMT).

Musikdrucke digital der Staatsbibliothek Berlin

Über den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) konnten wir neben den bereits beschriebenen Kollektionen der HAAB Weimar sowie der Hochschule für Musik Weimar eine weitere große Sammung digitalisierter Noten beziehen: auch die digitalisierten Musikdrucke der Staatsbibliothek Berlin sind nunmehr im MT-Katalog integriert und stehen für Ihre Musikforschung und -praxis zur Verfügung.

In den bislang 1115 Titeln enthalten sind beispielsweise der erste Klavierauszug von Mendelssohns Komischer Oper „Die Hochzeit des Camacho“ (<N.Mus. 2250>) oder auch ein Frühdruck von Karg-Elerts Unterrichtswerk für Harmonium „Gradus ad Parnassum“ oder Ferdinand Ries Fantasie op. 109 für Klavier.

Weitere Informationen zu den Digitalisierungsvorhaben der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf den entsprechenden Projektseiten.

Favoriten speichern

Der MT-Katalog bietet die Möglichkeit einzelne Titel als Favoriten im Bibliothekskonto abzuspeichern oder ganze Listen zu bestimmten Themen anzulegen. Klicken Sie hierfür in der Trefferliste oder in der Titelanzeige auf das Sternchen-Symbol.

Um einen Titel in einer Liste zu sichern, klicken Sie ebenfalls auf das Sternchen-Symbol und wählen dann „erstellen Sie eine neue Liste“ oder wählen eine bereits vorhandene Liste aus dem Dropdown-Menü aus. Das Hinzufügen von Stichwörtern oder Bemerkungen ist optional.

Einmal gespeichert, können Sie jederzeit auf Ihre Favoriten über das Bibliothekskonto zugreifen. Wählen Sie in den Einstellungen für die eigens erstellten Listen die Funktion „öffentlich“, können die Listen jederzeit über eine permanente Linkadresse von Ihnen aufgerufen werden, ohne dass eine Anmeldung in Ihrem Bibliothekskonto erfolgen muss.

Digi20: neues open-access-Angebot im MT-Katalog

Mit der Integration von Titeln aus dem Digitalisierungsprojekt Digi20 konnte unser Open-Access-Angebot um wissenschaftliche Literatur aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erweitert werden.
Einige der Bücher standen vorab bereits gedruckt für Sie bereit und erhalten nun noch ein E-Book-Äquivalent, wie etwa dieser Titel über Richard Strauss‘ Salome.  Andere Titel sind nur als online-Version zu lesen, so wie dieser Beispieltitel zu Unterrichtsmethoden.

Wir haben uns für eine Fächerauswahl aus den Bereichen Musikwissenschaft, Pädagogik und Psychologie beschränkt, das Gesamtangebot des Projekts Digi20 ist mit über 4000 Titeln natürlich deutlich größer. Wer beispielsweise in germanistischer oder theologischer Literatur online und open acess lesen möchte, kann auf der Projektseite in den entsprechenden Fachgebieten stöbern.
Digi20 wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, weitere Titel werden bis 2014 digitalisiert.

Digitalisate der Bayerischen Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt zum einen eine der beeindruckendsten Musikaliensammlungen weltweit und zum anderen eines der größten bibliothekarischen Digitalisierungszentren. Das führte zu einer mittlerweile beträchtlichen Anzahl digitaliserter Notenmaterialien und Musiktexte, die wir seit kurzem als gesonderte Datenkollektion im MT-Katalog nachweisen.
Handschriften und Frühdrucke sind zusätzlich mit dem Stichwort „Quelle“ versehen und über die Facette „Musikalische Ausgabeform“ zu filtern.

Eine weitere Besonderheit der Sammlung: viele Libretti sind enthalten und nun online aufzurufen. Ein bestimmt noch unbekanntes Beispiel ist das Libretto zu Victor Nesslers Oper „Der Rattenfänger von Hameln“.

 

Testzugriff auf RIPM: parallele Suche in Musikzeitschriften des 18.-20. Jahrhunderts

Für die nächste 90 Tage lässt sich mit einer Suche im MT-Katalog gleichzeitig die Datenbank RIPM (Retrospective Index to Music Perodicals) durchsuchen.
Somit können Suchbegriffe in Musikzeitschriften des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts aufgefunden werden, und diese zum großen Teil auch im Volltext betrachtet werden.
Ein Beispiel: Eine Suche im MT-Katalog nach den Begriffen „Leipzig + Konservatorium“ zeigt über die Titel in der Ergebnisliste hinausgehend auch die Anzahl der Treffer in RIPM, die nun über einen Link in der Datenbank abgerufen werden können. Das Ergebnis sind für die Beispielsuche Zeitschriftenartikel die u.a. über die ersten Jahre des Leipziger Konservoriums berichten.

Digitalisierte Musikalien der HAAB Weimar

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar verfügt über eine wertvolle Sammlung an Musikalien, die zum Teil digitalisiert ist und nun ebenfalls über den MT-Katalog recherchiert werden kann. Unter den reichlich tausend „Musikalien und Musikschriften der HAAB Weimar“ befinden sich z.B. handschriftlich überlieferte Lieder von Adam Krieger.
Wer war Adam Krieger? Zur Erinnerung: kurze Information zum Komponisten lassen sich mit Klick auf den Namen recht schnell ermitteln, wie hier für das Beispiel „Adam Krieger„.

MT-Katalog wird international präsentiert / International presentation of the MT-Katalog

Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Inhalte und Funktionen des MT-Katalogs zu erweitern und zu verbessern. Unsere diesbzüglichen Bestrebungen werden im musikbibliothekarischen Kontext mittlerweile auch international wahrgenommen.

Wir möchten uns an den daran geknüpften Diskussionen um „Music Discovery“ gern beteiligen und freuen uns, auf der Internationalen Konferenz der Musikbibliotheken (IAML) in Wien unseren MT-Katalog dem Fachpublikum zu präsentieren. Wir laden die Kolleginnen und Kollegen ein, auch diesen Blog für ihr Feedback zu nutzen, und wünschen eine anregende Konferenz.

We are constantly trying to improve the search options in the MT-Katalog for our users and to integrate more source material. Our experience of realizing „Music Discovery“ may be a chance to support discussion on it. We are glad to have the opportunity to present the current state of our MT-Katalog at the IAML conference 2013 in Vienna to music librarians from all over the world. We invite them to post their feedback on our service to our Blog, and we wish everyone a wonderful and stimulating conference.

Zuwachs an wissenschaftlichen Inhalten: online-Dissertationen

Auch unser Bestand der elektronischen wissenschaftlichen Literatur hat sich nun deutlich erweitert. Etwa 1500 Dissertationen aus den Bereichen Musik, Theater, Film und Pädagogik sind jetzt über den MT-Katalog zu recherchieren und online aufzurufen. Die Titel entstammen dem Projekt Dissonline der Deutschen Nationalbibliothek, durch das elektronisch publizierte Dissertationen deutscher Universitäten archiviert, zentral nachgewiesen und auch in überregionale Portale transferiert werden können.
Zu genaueren Inspektion der Sammlung im MT-Katalog:
– Dissonline: Musik
– Dissonline: Theater, Tanz
– Dissonline: Film, Medien
– Dissonline: Pädagogik